Benutzer:Mistermeyer/Bildertest
Der Golfstrom (im engeren Sinne)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Golfstrom ist eine starke, warme Meeresströmung im Atlantik, die als Teil des nordatlantischen Zirkulationssystems eine zentrale Rolle im globalen Klimasystem spielt. Er erstreckt sich von der Ostküste Nordamerikas bis in den offenen Atlantik und speist den Nordatlantikstrom. Der Golfstrom ist eine westliche Randströmung, die durch die Erdrotation, atmosphärische Winde und den Wasseraustausch zwischen Ozeanen gesteuert wird[1].
Verlauf und Struktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Golfstrom entsteht durch das Zusammenfließen des Floridastroms und des Antillenstroms nördlich der Bahamas. An der Ostküste Nordamerikas verläuft er zunächst als schmale, aber sehr energiereiche Strömung nach Norden, bis er sich in Höhe von Cape Hatteras (North Carolina) von der Küste löst und in den offenen Atlantik strömt[2].
In diesem Abschnitt ist der Golfstrom etwa 100 bis 200 km breit und kann eine Geschwindigkeit von 1,8 m/s (ca. 6,5 km/h) erreichen. Mit einer transportierten Wassermenge von bis zu 150 Sverdrup (Sv) gehört er zu den mächtigsten Strömungen der Erde[3].
Nach der Ablösung von der nordamerikanischen Küste beginnt der Golfstrom zu mäandrieren und bildet dabei großflächige Wirbelstrukturen. Diese Eddies können mehrere hundert Kilometer groß sein und bestehen aus warmem oder kaltem Wasser, das sich von der Hauptströmung abtrennt[4].
Physikalische Ursachen und Steuerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Golfstrom wird maßgeblich durch die atmosphärische Zirkulation angetrieben, insbesondere durch die Passat- und Westwinde. Die Corioliskraft bewirkt, dass die Strömung nach rechts abgelenkt wird, wodurch der Strom entlang der nordamerikanischen Küste nach Norden geführt wird[5].
Zusätzlich ist der Golfstrom Teil der thermohalinen Zirkulation und trägt zum Transport von Wärme und Salzgehalt bei. Während er nach Norden strömt, gibt er durch Verdunstung und Wärmeaustausch mit der Atmosphäre Wärme ab, wodurch das Wasser dichter wird und absinkt. Dieses Absinken ist eine zentrale Antriebskraft der Atlantischen Meridionalen Umwälzströmung (AMOC)[6].
Bedeutung für das Klima
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Golfstrom transportiert große Wärmemengen aus den Tropen in Richtung gemäßigter Breiten und beeinflusst dadurch maßgeblich das Klima in Europa und Nordamerika. Ohne diese Wärmezufuhr wären die Winter in Westeuropa deutlich kälter[7].
Die Wechselwirkungen zwischen dem Golfstrom und der Atmosphäre können auch regionale Wetterextreme beeinflussen, beispielsweise die Hurrikansaison im Atlantik. Warme Golfstrom-Wasserflächen können die Intensität von Hurrikanen erhöhen, indem sie mehr Energie in die Atmosphäre abgeben[8].
Aktuelle Entwicklungen und Veränderungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Langfristige Messungen zeigen, dass sich der Golfstrom in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Die Strömung zeigt Schwankungen in ihrer Stärke, die unter anderem durch natürliche Klimazyklen wie die Atlantische Multidekaden-Oszillation (AMO) beeinflusst werden[9].
Zudem deuten neuere Studien darauf hin, dass die AMOC, zu der der Golfstrom gehört, in Folge der globalen Erwärmung an Stärke verliert. Besonders die zunehmende Süßwasserzufuhr durch das Schmelzen des grönländischen Eisschildes könnte langfristig die Stabilität des Golfstromsystems gefährden[10].
Sollte sich die Strömung weiter abschwächen, hätte dies weitreichende Folgen für das Klima, darunter eine mögliche Abkühlung in Westeuropa, einen Anstieg des Meeresspiegels an der US-Ostküste und veränderte Niederschlagsmuster in Afrika und Asien[11].

Am Beginn der Kette von Prozessen steht die räumlich ungleiche Verteilung des Wärmeeintrags in das Erdsystem: in den Tropen und Subtropen ist die Erwärmung durch die Sonne ungleich stärker als in den polaren Regionen. Eine beträchtliche Menge dieser Energie wird nun – quasi als Temperaturausgleich – durch die atmosphärische Zirkulation (das Windsystem) wie auch durch die ozeanische Zirkulation mit ihren Meeresströmungen nach Norden transportiert.

Topographic map of the Nordic Seas and subpolar basins with schematic circulation of surface currents (solid curves) and deep currents (dashed curves) that form a portion of the Atlantic meridional overturning circulation. Colors of curves indicate approximate temperatures.
Als Teil dieser Ozeanzirkulation führen der Golfstrom (im engeren Sinne) und seine Fortsetzung – der nordatlantische Strom – warmes, durch Verdunstungsprozesse auch salzreiches Wasser bis in den subpolaren Atlantik.



mit Salinität

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File:OCP07 Fig-6.jpg. -

. Topografische Karte des Nordmeeres und der subpolaren Becken mit Oberflächenströmungen (durchgezogene Kurven) und Tiefenströmungen (gestrichelte Kurven), die einen Teil der atlantischen meridionalen Umwälzzirkulation bilden. Die Farben der Kurven geben die ungefähren Temperaturen an.

Topographic map of the Nordic Seas and subpolar basins with schematic circulation of surface currents (solid curves) and deep currents (dashed curves) that form a portion of the Atlantic meridional overturning circulation. Colors of curves indicate approximate temperatures.
Golfstrom#Das Golfstromsystem, die Atlantische Umwälzzirkulation (AMOC)
- ↑ Wallace S. Broecker: The great ocean conveyor. In: Oceanography, Jg. 4 (1991), Heft 2, S. 79–89. DOI:10.5670/oceanog.1991.07
- ↑ William J. Schmitz Jr.: On the interbasin-scale thermohaline circulation. In: Reviews of Geophysics, Jg. 33 (1995), Heft 2, S. 151–173. DOI:10.1029/95RG00879
- ↑ Philip Richardson: The Florida Current, Gulf Stream, and Labrador Current. In: Marine Science, Jg. 3 (2001), Heft 1, S. 1–20. PDF
- ↑ Thomas Rossby: The North Atlantic Current and Surrounding Waters. In: Reviews of Geophysics, Jg. 34 (1996), Heft 4. PDF
- ↑ Henry Stommel: The westward intensification of wind-driven ocean currents. In: Transactions of the American Geophysical Union, Jg. 29 (1948), Heft 2, S. 202–206. DOI:10.1029/TR029i002p00202
- ↑ Stefan Rahmstorf: Ocean circulation and climate during the past 120,000 years. In: Nature, Jg. 419 (2002), Heft 6903, S. 207–214. DOI:10.1038/nature01090
- ↑ Richard Seager et al.: Is the Gulf Stream responsible for Europe's mild winters?. In: Quarterly Journal of the Royal Meteorological Society, Jg. 128 (2002), Heft 586, S. 2563–2586. DOI:10.1256/qj.01.128
- ↑ Kerry Emanuel: Increasing destructiveness of tropical cyclones over the past 30 years. In: Nature, Jg. 436 (2005), Heft 7051, S. 686–688. DOI:10.1038/nature03906
- ↑ G. D. McCarthy et al.: Observed interannual variability of the Atlantic meridional overturning circulation at 26.5°N. In: Geophysical Research Letters, Jg. 39 (2012), Heft 19, L19609. DOI:10.1029/2012GL052933
- ↑ L. Caesar et al.: Observed fingerprint of a weakening Atlantic Ocean overturning circulation. In: Nature, Jg. 556 (2018), Heft 7700, S. 191–196. DOI:10.1038/s41586-018-0006-5
- ↑ C. A. Boulton et al.: Past abrupt changes in the North Atlantic climate system. In: Nature Communications, Jg. 12 (2021), Heft 1, S. 2786. DOI:10.1038/s41467-021-23010-6
